Ächtzyt – Suchtprävention im digitalen Raum

Bisher standen in unseren Angeboten substanzgebundene Süchte im Fokus von Prävention und Beratung. Als Folge der Digitalisierung droht heute vielen Menschen nebst Alkohol, Nikotin und anderen Substanzen eine neue Sucht, die sich online anschleicht. Darum haben wir «Ächtzyt» entwickelt, ein neues Präventionsprogramm, das wir an die Schulen bringen und mit Workshops zu mehr «echter Zeit» motivieren – ohne drohenden Zeigefinger.

 

Im Zentrum des Angebots stehen Jugendliche und junge Erwachsene. Die digitale Welt verändert ihre Lebenswelt grundlegend. Smartphone, Social Media, Gaming und Streaming sind für viele noremaler Alltag geworden. Viele digitale Angebote sind so gestaltet, dass sie Aufmerksamkeit binden und diese Bindung an ihre Plattform möglichst lange aufrecht zu erhalten versuchen. Algorithmen, personalisierte Inhalte, nie endendes Scrolling, Belohnungssysteme und andere Suchtmechanismen machen es schwiereig, seinen Konsum von digitalen Angeboten zu kontrollieren.

Das neue Angebot «Ächtzyt» setzt auf Aufklärung und Selbstreflexion. Jugendliche sollen verstehen, weshalb Social Media und Games so fesselnd sind. Sie sollen ihr eigenes Nutzungsverhalten hinterfragen und konkrete Möglichkeiten kennenlernen, um ihren Medienkonsum selbstbestimmt zu gestalten.

«Nicht mit dem Zeigefinger kommen»
Was macht eigentlich süchtig? Diese Frage steht im Zentrum der interaktiven Workshops. Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I sowie junge Erwachsene an Gymnasien und Berufsschulen setzen sich mit Suchtmechanismen in Games und Social Media sowie ihrem eigenen Medienkonsum auseinander. Der Schwerpunkt liegt bewusst auf der Suchtprävention.
«Wir wollen nicht mit dem Zeigefinger kommen und Jugendlichen vorschreiben, wie viele Stunden sie online sein dürfen.», erklärt die Co-Verantwortliche Annina Gfeller. «Wir wollen ihnen das Wissen geben, das sie brauchen, um selbst zu entscheiden: Tut mir das gerade gut, verliere ich langsam die Kontrolle – oder habe ich sie bereits verloren?»

«Ächtzyt» richtet sich an uns alle – auch an Erwachsene. Informationsveranstaltungen für Eltern, Lehrpersonen und Fachpersonen der Jugendarbeit sensibilisieren Erwachsene für die Herausforderungen der digitalen Welt und unterstützen sie darin, junge Menschen zu begleiten. Idealerweise werden die beiden Angebote kombiniert gebucht, um die grösstmögliche Wirkung zu erzielen.

Dass das Thema Jugendliche und Begleitpersonen beschäftigt, zeigen erste Erfahrungen des Blauen Kreuzes BE-SO-FR. Im Rahmen einer Pilotphase wurden Workshops an Schulen im Kanton Bern durchgeführt. Die Rückmeldungen zeigen ein grosses Bedürfnis nach Aufklärung und konkreten Hilfestellungen. Suchtprävention im digitalen Raum entspricht einem konkreten Bedürfnis. 

Mit «Ächtzyt» setzt das Blaue Kreuz zum Jubiläumsjahr ein Zeichen dafür, dass es auch künftig auf neue Suchtgefahren reagiert.

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Ächtzyt – Suchtprävention im digitalen Raum

Für:
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II, junge Erwachsene sowie Eltern, Lehrpersonen und weitere Bezugspersonen
 
Themen:
Medienkonsum, Suchtentwicklung, Social Media, Gaming, Algorithmen, KI, Suchtmechanismen, persönliche Handlungsmöglichkeiten
 
Angebote:
Interaktive Workshops sowie Informationsveranstaltungen
 
Infos, Grundlagenkonzepte, Anmeldung

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