Vapes weiter auf dem Vormarsch

Seit 10 Jahren erfasst das Blaue Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg den Substanzkonsum von Jugendlichen im Rahmen von schulischen Workshops im Kanton Bern. Die Auswertung des Jahres 2025 bestätigt den Trend, welche das Suchtpanorama von SuchtSchweiz am 5. Februar veröffentlichte.

Im Rahmen der Suchtpräventions-Workshops des Blauen Kreuzes BE-SO-FR werden die teilnehmenden Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren anonym zu ihrem Konsumverhalten und ihren Beweggründen befragt. Seit 2016 nehmen jedes Jahr rund 1'000 Schülerinnen und Schüler daran teil. Die Auswertung des Jahres 2025 beruht auf den Angaben von 975 Jugendlichen.

Alkoholkonsum weiterhin abnehmend
Die aktuellen Zahlen bestätigen beim wöchentlichen Konsum von Alkohol weiterhin einen rückläufigen Trend unter Jugendlichen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Projekte wie der vor kurzem zu Ende gegangenen Dry January2 oder das noch bevorstehende Time:Out3, aber auch ein wachsendes Angebot an nichtalkoholischen Getränken erhöhen die gesellschaftliche Akzeptanz für den Alkohol-Verzicht.

Vapes im Trend
Der herkömmliche Tabakkonsum hat in den letzten Jahren bei den Minderjährigen im Kanton Bern leicht abgenommen. Anders sieht das Bild bei den alternativen Nikotinprodukten aus. Vapes sind gesellschaftlich im Trend. Die neuen Produkte sind billig, leicht verfügbar, und zielen mit süssen Aromen und farbenfrohem Design besonders auf Jugendliche ab. Die Vermarktung erweckt den Eindruck, dass Vapes harmlose Produkte sind. Das darin enthaltene Nikotin kann jedoch rasch zu einer Abhängigkeit führen und bei Kindern und Jugendlichen die Hirnentwicklung negativ beeinflussen. Ob und wie weit die neuen Nikotinprodukte und deren gezielte Vermarktung auch den herkömmlichen Tabakkonsum von Jugendlichen beeinflussen, werden die nächsten Jahre zeigen. Im Moment gibt es lediglich Anzeichen dafür, dass Jugendliche verschiedene Nikotin- und Tabakprodukte gleichzeitig konsumieren.

Strukturelle Präventionsmassnahmen sind weiterhin nötig
Die aktuellen Konsumzahlen unterstreichen die Notwendigkeit von konsequentem Jugendschutz und strukturellen Massnahmen (Verbot von Werbung und Sponsoring, Preiserhöhungen durch Steuererhöhungen, Einschränkung der Erhältlichkeit) um den Einstieg von Kindern und Jugendlichen in den Konsum und die Abhängigkeit von legalen Drogen zu verhindern. Dass beim Jugendschutz immer noch Handlungsbedarf besteht, bestätigt der Bericht von SuchtSchweiz, wonach 2025 in einem Viertel der getesteten Verkaufsstellen Alkohol an Jugendliche verkauft wurden.1

 

Für Rückfragen:
Claude Knöpfel
Produktverantwortlicher Workshops
Blaues Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg
031 398 14 55
claude.knoepfel(at)suchtpraevention(dot)org

 

Weitere Informationen:
Blaues Kreuz BE-SO-FR
1Suchtpanorama vom 05. Februar 2026
2 Home | DryJanuary
3 time:out - Konsumiere bewusst. Lebe gesund.

 

Grafik Alkoholkonsum mind. wöchentlich
Grafik Tabakkonsum mind. wöchentlich
Grafik Vapekonsum mind. wöchentlich

 

Bild Jugendschutz 1
Bild Jugendschutz 2

Allgemeiner Kontakt

Blaues Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg

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