Medienmitteilung: Isocyanat und Amine im Rauch von IQOS

Im Auftrag des Blauen Kreuzes Bern-Solothurn-Freiburg hat ein akkreditiertes Labor den Rauch der IQOS von Philip Morris untersucht. Die Proben weisen darauf hin, dass im Rauch von IQOS gesundheitsschädigende Gifte vorhanden sind.

Bei einer Untersuchung kamen ein im März 2020 im Kanton Bern neu gekauftes IQOS 3-Gerät DUO sowie «HEETS» Amber zum Einsatz. Insgesamt zehn «HEETS» wurden je mit 12 Zügen maschinell abgeraucht. Die Hauptstrom-Raucherzeugung entstand im standardisierten Betriebsverfahren und die speziellen Empfehlungen für Tabakerhitzungsgeräte wurden dabei berücksichtigt. Der entstandene Rauch wurde für die Analyse aufbereitet. Für die Messung kamen das Gaschromatografie-Massenspektrometrie/- (GC-MS-MC) und das Liquid-Chromatographie Massenspektrometrie/ Massenspektrometrie-Verfahren (LC-MS/MS) zum Einsatz.

Die Analyse zeigt, dass Spuren von Methylisocyanat sowie 2,6-Diisopropylanilin über der Nachweissschwelle zu finden sind. Zudem wurde Anilin detektiert. Isocyanate sind giftig und können beispielsweise die Zellmembranen im menschlichen Körper schädigen. Asthma ist eine anerkannte Berufskrankheit bei Isocyanat-exponierten Arbeitnehmenden. «Die Untersuchung zeigt, dass Isocyanat nicht nur im Filterelement, sondern auch im Rauch von IQOS zu finden ist. Eine erweiterte unabhängige IQOS-Untersuchung, inklusive deren genauen Quantifizierung der Giftstoffe, sind dringend notwendig», ergänzt Markus Wildermuth vom Blauen Kreuz.

IQOS-Gerät und PLA-Filterelement
Im April 2019 zeigte eine Untersuchung des Blauen Kreuzes, dass ein Filterelement der «HEETS» ab 100 Grad Celsius unter anderem 2,6-Diisopropylanilin freisetzt. Zudem wurde bereits im August 2017 festgestellt, dass die PLA-Filterelemente des IQOS-Gerätes beim Gebrauch partiell schmilzt (Blaue Kreuz, 2017). Dies bestätigte zu einem späteren Zeitpunkt auch eine US-Studie (Davis, 2018).

 

Bei Rückfragen

Markus Wildermuth
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markus.wildermuth(at)suchtpraevention(dot)org

 

Weitere Informationen

Laborbericht: auf Wunsch

Barbara Davis, Monique Williams, Prue Talbot (2018).
iQOS: evidence of pyrolysis and release of a toxicant from plastic. Tobacco Control. Kalifornien.
Abgerufen am 28.07.2020 unter tobaccocontrol.bmj.com/content/28/1/34

Berthet, A., Jacot Sadowski, I, Zürcher, K., Guenin, V., Gendre, A., Auer, R., Vernez, D., Cornuz, J., (2018).
Produits du tabac «chauffé» :que faut-il savoir ? Rev Med Suisse 2018; volume 14.1935-1941.
Abgerufen am 28.07.2020 unter www.revmed.ch/RMS/2018/RMS-N-625/Produitsdu-tabac-chauffe-que-faut-il-savoir

Medienmitteilung Blaues Kreuz Bern–Solothurn–Freiburg (2019).
IQOS erzeugt problematische Stoffe.
Abgerufen am 28.07.2020 unter www.be.suchtpraevention.org/de/aktuell?ID=286

Philip Morris (2018): Erste Bilanz eineinhalb Jahre nach Markteinführung: IQOS ist eine Erfolgsgeschichte.
Philip Morris GmbH. Deutschland.
Abgerufen am 28.07.2020 unter www.presseportal.de/pm/37922/4115223

Medienmitteilung Blaues Kreuz Bern–Solothurn–Freiburg (2018).
IQOS-Gerät von Philip Morris erzeugt schädliche Emissionen.
Abgerufen am 28.07.2020 unter www.be.suchtpraevention.org/de/aktuell?ID=262

Medienmitteilung Blaues Kreuz Bern (2017).
Tabakerhitzer lässt Filter schmilzen.
Abgerufen am 28.07.2020 unter www.be.suchtpraevention.org/de/aktuell?ID=247