Kandertal nimmt Jugendschutz unter die Lupe

Sechs Einwohnergemeinden im Kandertal liessen dieses Jahr gemeinsam Alkohol- und Tabaktestkäufe durch das Blaue Kreuz durchführen. Das Ergebnis: 17 von 26 Betrieben hielten sich an die Jugendschutz-Bestimmungen. Die neun verbleibenden Betriebe verkauften Alkohol oder Tabak an Minderjährige.

Die Gemeinden Kandersteg, Kandergrund, Frutigen, Reichenbach i. K., Aeschi und Krattigen liessen von Juni bis Oktober dieses Jahres Alkohol- und Tabaktestkäufe in ihren Verkaufsstellen durchführen. Das Ziel der Testkäufe war es, die Umsetzung der rechtlichen Jugendschutz-Bestimmungen zu überprüfen und das Verkaufspersonal für das Thema zu sensibilisieren.

Der regionale Sozialdienst Frutigen koordinierte das Vorhaben und beauftragte das Blaue Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg mit der Durchführung der Testkäufe. Das Blaue Kreuz testete in den sechs Gemeinden 26 Gastronomie- und Detailhandelsbetriebe mit jugendlichen Testkäufer/innen. Die Mehrheit der getesteten Verkaufsstellen hielt sich an die Vorschriften, verlangte beispielsweise von den Testkäufer/innen einen Ausweis und verweigerte den Verkauf von Bier und Wein an unter 16-Jährige sowie Spirituosen und Tabak an unter 18-Jährige. Leider verkauften dennoch neun Betriebe (34.6 %) Alkohol oder Tabak an die Minderjährigen.

Herr Markus Bieri, Stellenleiter regionaler Sozialdienst Frutigen, ist von der Wirksamkeit der Testkäufe überzeugt. «Es geht darum, die Verkaufsstellen zum Jugendschutz zu sensibilisieren. Allen Beteiligten ist zu danken, welche die Jugendschutzbestimmungen einhalten, den Ausweis verlangen und das Alter entsprechend berechnen» betont er. Aus diesem Grund wurde immer direkt nach den Testkäufen das Gespräch mit den Verkaufspersonen gesucht – entweder um zu bestärken oder um zu ermahnen und Tipps weiterzugeben.

Das Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental wurde nach der Bekanntgabe der Ergebnisse tätig und hat die verantwortlichen Personen der «fehlbaren» Betriebe unter Kostenfolge verwarnt. Zudem wird von den Gemeinden in Aussicht gestellt, dass solche Testkäufe künftig regelmässig durchgeführt werden, um zu sensibilisieren und den fehlbaren Betrieben die Chance zu geben, die Regeln einzuhalten.

 

Bei Rückfragen

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Verantwortlicher Jugendschutz
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Stv. Stellenleiterin
033 672 52 40
karin.neuenschwander(at)frutigen(dot)ch

 

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Alkohol- und Tabaktestkäufe
Jugendschutz Bern: Testkäufe

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