IQOS-Gerät von Philip Morris erzeugt schädliche Emissionen

Im Auftrag des Blauen Kreuzes Bern - Solothurn - Freiburg hat ein deutsches Labor das IQOS-Gerät von Philip Morris untersucht. Das beunruhigende Resultat: IQOS setzt Formaldehyd und Acetaldehyd frei.

Carbonylverbindungen sind verschiedene Verbindungen, die zu einer Carbonylgruppe gehören. Ein im März 2018 neu gekauftes IQOS-Gerät sowie ein im April 2018 gekauftes Pack «HEETS» Amber kamen bei den Untersuchungen zum Einsatz. In Anlehnung an Coresta Recommended Method N° 81 & N° 74, wurden die insgesamt neun «HEETS» mit jeweils 14 Zügen abgeraucht. Das Zugvolumen betrug 55ml und die Zugzeit lag bei drei Sekunden. Die Zugintervalle lagen bei 20 Sekunden. Die Analyseergebnisse wurden in drei Rauchgängen mit je drei «HEETS» abgebildet.

Rauchgänge

Acetaldyhd / iso-Acetaldehyd (µg/ 3x14 Züge)

 

Formalaldeyhyd

(µg/ 3x14 Züge)

1.

512

32

2.

     

    542

    34

    3.

    444

    9

     

     

     


    «Auch beim IQOS-Gerät setzen sich Konsumentinnen und Konsumenten schädlichen Emissionen aus und nach wie vor ist unklar, ob der partielle Schmelzprozess des PLA-Filterelementes ein zusätzliches Risiko in sich birgt», so Markus Wildermuth vom Blauen Kreuz. Im August 2017 wies das Blaue Kreuz darauf hin, dass ein Filterelement des IQOS-Gerätes beim Gebrauch partiell schmilzt. Eine US-Studie kam im März 2018 ebenfalls u.a. zum Schluss, dass der Polymerfilm des «HEET»-Filters schmilzt (Davis, 2018).

    Acetaldehyd
    Acetaldehyd verursacht eine Reizung der Atemwege und wurde vom Internationalen Krebsforschungszentrum – in dem weltweit führende Experten in der Krebsforschung arbeiten – als beim Menschen möglicherweise krebserzeugend eingestuft. Acetaldehyd ist indirekt schädlich, da es das Potenzial hat, eine Tabakabhängigkeit zu verursachen (RIVM, 2012).

    Formaldehyd
    Formalaldehyd ist krebserzeugend, reizt die Augen und den Atemtrakt und stört die Selbstreinigung der Lunge durch Lähmung der Flimmerhärchen im Bronchialtrakt (BZgA, 2018).

    Das IQOS-Gerät
    Seit August 2015 vertreibt Philip Morris ihr IQOS-Gerät in der Schweiz. Das Gerät erhitzt laut Hersteller den Tabak auf 200-350 Grad Celsius. Eine herkömmliche Zigarette weist eine Verbrennungstemperatur von rund 800 Celsius auf. Die Technologie soll einen authentischen Tabakgeschmack ohne Feuer, ohne Asche und mit weniger Geruch bieten.

     

    Quellen
    Barbara Davis, Monique Williams, Prue Talbot (2018). iQOS: evidence of pyrolysis and release of a toxicant from plastic. Tobacco Control. Californien. Abgerufen am 24.04.2018 unter http://tobaccocontrol.bmj.com/content/early/2018/02/20/tobaccocontrol-2017-054104

    Bundeszentrale zur gesundheitlicher Aufklärung (BZgA) (2018). Ausgewählte giftige & krebserzeugende Stoffe im Tabakrauch. BZgA. Köln. Abgerufen am 24.04.2018 unter https://www.rauchfreiinfo.de/fileadmin/main/data/Dokumente/Inhaltsstoffe_im_Tabakrauch.pdf

    Nationales Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) (2012). Erhöhtes Gesundheitsrisiko durch Tabakzusatzstoffe Acetaldehyd. RIVM. Niederlande. Abgerufen am 24.04.2018 unter
    https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/PITOC/PITOC_Zusatzstoffe_Tabakprodukte_Acetaldehyd.pdf

    Analysebericht
    Der Analysebericht (inkl. Bildern) kann auf Wunsch hin gesichtet werden.

    Für Fragen
    Leiter Information
    Markus Wildermuth
    031 398 14 55

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