Medienmitteilung: Zigarette mit Löchern erhöht Krebsrisiko

Tabakzigaretten mit Luftlöchern erwecken bei Raucherinnen und Rauchern den Eindruck, eine weniger starke Zigarette zu rauchen. Laut einer unlängst veröffentlichten Studie sind Luftlöcher im Filter dafür verantwortlich, dass eine bestimmte Art von Lungenkrebs zugenommen hat. Nun zeigt ein Test des Blauen Kreuzes Bern - Solothurn - Freiburg, dass die neuen «Neostiks»-Zigaretten des Tabakerhitzungsgerätes «glo» von British American Tobacco (BAT) mit Luftschlitzen versehen sind.

Auch der Konsum von Tabakerhitzungsgeräten wie glo oder IQOS kann die Gesundheit schädigen und in eine Abhängigkeit führen. Wie ein Forschungsteam aus den USA im Jahr 2017 aufzeigen konnte, führen Luftlöcher in Zigaretten zu einem erhöhten Risiko für Adenokarzinome in der Lunge – eine Krebsart, die meist tiefer in der Lunge entsteht und als besonders aggressiv gilt (Song et al., 2017). Erstaunlicherweise kommen nun auch beim neuen «glo»-Gerät von BAT, das laut Herstellerangaben 90% weniger toxische Stoffe ausstossen soll, Tabakzigaretten mit Luftschlitzen zum Einsatz.

Das Blaue Kreuz schaute sich das Tabakerhitzungsgerät «glo» genauer an und stellte dabei Luftlöcher in Form von Schlitzen fest. Ein Test sollte die unmittelbaren Auswirkungen der Luftschlitze aufzeigen. Mehrere Testpersonen rauchten mit dem «glo»-Gerät jeweils eine reguläre «Neostik»-Zigarette mit und ohne Luftschlitze. Bei der modifizierten «Neostik»-Zigarette wurden lediglich die Luftschlitze abgeklebt. Nicht Gegenstand des Tests war die Schadstoffbelastung.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Rauchgemisch mit (original) offenen Luftschlitzen während dem Inhalieren wesentlich kühler anfühlt. Auch entstand der Eindruck, eine weniger starke Zigarette zu rauchen. Die Inhalation fiel mit geöffneten Lutschlitzen leichter. Damit decken sich die Ergebnisse mit der Studie aus den USA (Song et al., 2017). Weil das inhalierte Rauchgemisch durch die Luftlöcher verdünnt wird, haben Raucherinnen und Raucher den Eindruck, eine weniger starke Zigarette zu rauchen. Zudem fällt es leichter an der Zigarette zu ziehen. «Die Ergebnisse beunruhigen uns und es stellt sich die Frage, welche zusätzlichen Gefahren der Konsum des Tabakerhitzungsgerätes «glo» mit sich bringt. Zweifelsohne sollten unabhängige Forscher die Schadstoffbelastung und die Auswirkungen der Luftschlitze genauestens untersuchen.» so Markus Wildermuth vom Blauen Kreuz Bern.

Das glo-Gerät
Seit April 2017 vertreibt BAT das «glo»-Gerät in der Schweiz. Das Gerät erhitzt laut Hersteller den Tabak auf 240 Grad Celsius. «glo» erhitzt firmeneigene «Kent Neostiks». Diese ähneln herkömmlichen Zigaretten, erzeugen laut Herstellerangaben jedoch ca. 90% weniger toxische Stoffe. Unabhängige Studien zum Schadstoffgehalt sind bisher nicht veröffentlicht worden.

Quellen
British American Tobacco (2017). BAT bringt sein Portfolio an Produkten der nächsten Generation mit der Einführung von glo™ in die Schweiz. Abgerufen am 17.10.2017 unter,
http://www.bat.ch/group/sites/bat_a2thj5.nsf/vwPagesWebLive/DO9T5KMA/$FILE/medMDAL6ALX.pdf?openelement

Min-Ae Song; Neal L. Benowitz; Micah Berman; et al. (2017). Cigarette Filter Ventilation and its Relationship to Increasing Rates of Lung Adenocarcinoma. Journal of the National Cancer Institute (JNCI), Volume 109, Issue 12. Abgerufen am 17.10.2017 unter, https://academic.oup.com/jnci/article/109/12/djx075/3836090/Cigarette-Filter-Ventilation-and-its-Relationship

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