Gymnasiast/innen wollen keinen Rauschhanf im Detailhandel

Mitte September hätte in Basel das Pilotprojekt «Weed Care» anlaufen sollen. Der Versuch wurde nun verschoben, da die vorausgesetzten Qualitätsstandards nicht erfüllt wurden. Mit dem Versuch will man etwa herausfinden, ob der legale Bezug von Rauschhanf das Konsumverhalten verändert. Für 67 % der über 500 befragten Berner Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ist bereits klar, dass bei einer möglichen Cannabislegalisierung das Gras nicht an gleichen Verkaufsstellen wie bei Alkohol- und Nikotinprodukten gekauft werden soll. Dies ergab eine anonyme Befragung des Blauen Kreuzes Bern-Solothurn-Freiburg.

Eine mögliche Legalisierung von Cannabis wird auch in der Schweiz heftig diskutiert. Im Rahmen von Gesundheitsaktionen bei zwei Gymnasien in der Stadt Bern, wurden im August sowie im September Gymnasiastinnen und Gymnasiasten u.a. zum Verkauf von Rauschhanf befragt. Insgesamt 511 Jugendliche sowie junge Erwachsene gaben dazu in schriftlicher Form eine anonyme Rückmeldung.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich 67 % der Befragten den Verkauf von Rauschhanf nur in lizensierten Shops oder in Apotheken vorstellen können. Hingegen sind 34 % der Befragten der Meinung, dass Rauschhanf gleich gehandhabt werden müsse, wie es bisher bei Alkohol- und Nikotinprodukten der Fall ist (Mehrfachnennung möglich). «Offenbar ist den Befragten bewusst, dass der doch sehr liberale Alkohol- und Nikotinmarkt kein Vorzeigemodell für den Cannabismarkt wäre», so Markus Wildermuth vom Blauen Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg.  

In der Schweiz kiffen die 15 bis 24-Jährigen am meisten. Nach wie vor konsumieren die Jungs und jungen Männer häufiger als dies bei den Mädchen und Frauen der Fall ist.

Die Cannabiszukunft in der Schweiz
Rund um Cannabis ist einiges in Bewegung. So sind verschiedene rechtliche Anpassungen in Vorbereitung oder bereits in Kraft getreten. Seit August ist etwa der Zugang zu Medizinischem Cannabis massiv vereinfacht worden. Auch Cannabis-Pilotversuche finden in absehbarer Zeit nicht nur in Basel statt. Die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen schlägt in einem möglichen Szenario vor, die Revision des Betäubungsmittelgesetzes die sich auf Cannabis bezieht anzugehen, um Cannabis zu legalisieren. Dem Blauen Kreuz ist es wichtig, dass dem Jugendschutz bei der ganzen Liberalisierungsdebatte einen hohen Stellenwert beigemessen wird.
 

Für Rückfragen
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Weitere Informationen
Cannabispolitik, Infodrog
https://www.infodrog.ch/de/wissen/suchtpolitik/cannabispolitik.html

10 Jahre Betäubungsmittelgesetz - Überlegungen für die Zukunft (2019)
Abrufbar hier

Prävalenz des Cannabiskonsums in der Schweiz
https://ind.obsan.admin.ch/de/indicator/monam/cannabiskonsum-alter-15-64

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